Sapa, H’mongs und Reisfelder

Es ist sehr kalt in Sapa, deshalb ziehen wir uns gleich die dicksten Sachen an, die wir mithaben. Dann schlafen wir noch eine Runde nach der kurzen Nacht im Bus.

Im Bett ist es kuschelig warm und wir wollen gar nicht aufstehen, denn im Zimmer herrscht Kühlschranktemperatur. Nachdem wir uns überwunden haben, bitten wir unseren Vermietern um einen Heizofen. Bereitwillig geben sie uns ihren, füllen anschließend für sich einen Behälter mit Glut und setzen sich drumherum, um sich zu wärmen. Ich bin sprachlos, denn das Ganze findet auf einem Holzfußboden statt. Ich denke natürlich, typisch deutsch, gleich an die Brandgefahr. Doch hier handelt es sich um die normalen Heizmethoden in Sapa. Es gibt nur sehr wenige Häuser mit Heizung und deshalb steht mitten im Wohnzimmer, der Gaststube oder den Geschäften einfach ein Behälter mit Glut.

Ein Wasserbüffel
Ein Wasserbüffel

Dick vermummt und eingepackt in Regenkleidung gehen wir in die Stadt. Sapa ist der größte Touristenmagnet im Vietnams Norden, dabei hat der Ort nichts Großartiges zu bieten außer die Reisfelder der Umgebung. Es werden viele handgemachte Outdoor-Anziehsachen und Silberschmuck verkauft. Da wir den Tag irgendwie herumbekommen müssen trotz eisiger Kälte und starkem Regen, gehen wir gleich in ein Café. In der French Bakery wärmen wir uns bei gutem Kaffee und superleckeren Chocolate/Lemon Cake auf. Der ist ein Gedicht und absolut empfehlenswert. Endlich mal wieder richtiger Schokokuchen. Dort treffen wir auf Reisende aus Frankfurt. Beim Erzählen und Kaffeetrinken vergeht die Zeit wie im Flug.

Am nächsten Tag kommt die Sonne heraus. Gleich ist es viel wärmer. Wir laufen zum nahegelegenen H’mong Dorf Cat Cat. Auf den Weg dorthin begleitet uns eine H’Mong Frau und will uns handgefertigte Sachen verkaufen. Die Dorffrauen sind überaus eifrige Händlerinnen und sehr ausdauernd im Anbieten ihrer Waren. Das kann ganz schön nerven. Nachdem sie nicht locker lässt, drehen wir den Spiess um und bieten ihr Sachen von uns zum Verkauf an. Das findet sie sehr lustig und mit viel Lachen geht sie dann ihres Weges.

Im Cat Cat Dorf bei den H'mongs
Im Cat Cat Dorf bei den H’mongs

95.000 Dong (3,90€) kostet der Eintritt zum Cat Cat Dorf. Wir schauen uns die traditionellen Häuser der H’mong Frauen an. Am Wegesrand wachsen riesig hohe Bambussträucher, was sehr hübsch aussieht. Schaust du jedoch hinter die Sträucher oder auf die Abhänge bietet sich deinem Blick die reinste Müllkippe. Alles wird einfach den Berg hinuntergekippt. Wir laufen weiter zum Cat Cat-Wasserfall und überqueren eine gewagte Brückenkonstruktion. Auf dem Rückweg nach Sapa folgen wir ein paar H’mong Frauen, die auf einen Trampelpfad zu ihren Feldern laufen. Es ist ein sehr schöner Weg, den wir, abseits von Touristenpfaden, ganz für uns haben.

Cat Cat Wasserfall bei Sapa mit der sehr gewagten Brückenkonstruktion
Cat Cat Wasserfall bei Sapa mit der sehr gewagten Brückenkonstruktion

Aufgefallen ist uns, dass fast jede H’mong Frau ein Kind auf ihrem Rücken trägt. Sehr oft schleppen bereits Kinder von schätzungsweise 5 Jahren kleinere oder ältere Babys herum, was sicher nicht zum Wohl ihres Rückens ist. Geschäftstüchtig wie sie sind gibt es Fotos von den H’mong Frauen oder den roten Daos nur gegen Bezahlung oder indem du was kaufst.

H'mong Frauen bei der täglichen Arbeit
H’mong Frauen bei der täglichen Arbeit
Frau und Kinder kehren in ihr Dorf zurück
Frau und Kinder kehren in ihr Dorf zurück

Am nächsten Tag wollen wir mit einem geliehenen Moped (90.000 Dong = 3,65€) zum Thac Ba-Waterfall (Silberfall) und zur Wetterscheide. Bereits am Silberfall ist uns jedoch so kalt, dass wir umkehren see this here. Er ist ganz nett anzusehen, aber kein Muss und wir sind schnell mit der Besichtigung fertig. (15.000 Dong = 0,60€ Eintritt/Person)

Kurz vor Sapa versagt unser Moped wieder mal seinen Dienst. Nein, nicht schon wieder! Zum Glück geht es bergab und wir können uns rollen lassen. Erst in Sapa müssen wir laufen. Wir beschweren uns beim Ausleihstand. Der Mann erklärt uns, dass der Sprit alle ist und wir selber schuld sind. Wie kann das sein, die Tankanzeige zeigt noch 3/4 voll an? Nun, er hatte vergessen, uns auf den Defekt hinzuweisen. Er versteht unsere Aufregung gar nicht, denn wir sind doch gut in Sapa angekommen. Welch ein Glück. Nun, eher Pech, denn unser Geld erhalten wir natürlich nicht zurück. Es war vielleicht auch dumm von uns zu glauben, dass wir ein funktionierendes Moped erhalten. Wieder dazugelernt. Auf der Suche nach Essen, treffen wir Micha und Kathi, die wir in Phong Nha kennengelernt hatten. Mit ihnen wollen wir am nächsten Tag in die Reisfelder.

Blick auf die Reisterrassen bei Ta Van
Blick auf die Reisterrassen bei Ta Van

Eine Brückenkonstruktion bei Ta Van
Eine Brückenkonstruktion bei Ta Van

Wir haben gutes Wetter. Die Sonne scheint. Das Moped eines anderen Verleihers schnurrt einwandfrei. Am Hoang Lien Nationalpark müssen wir Eintritt zahlen, weil wir Ausländer sind. Was immer auch mit dem Geld geschieht, die Straßen werden davon jedenfalls nichts ausgebessert, obwohl die es dringend nötig hätten. Weiter geht es durch die grün leuchtenden Reisfelder bis zum Dorf Ta Van. Dort stürzen sofort Dutzende Einheimischer auf uns zu und wollen was verkaufen oder ein Homestay anbieten. Selbst vor Sophia machen sie keinen Halt und belagern sie. Was sie sich davon versprechen, wissen sie wohl selbst nicht. Weiter geht es die Berge hinauf. Zeitweise sind die Wege so schlecht, steil und steinig, dass ich absteigen und den Berg hochlaufen muss, da es das Moped sonst nicht schafft. Oben auf dem Berg gibt es eine kurze Pause und wir genießen die super Aussicht auf die Reisfelder. Mit ihrem Grün wirken sie so beruhigend.

Ta Van, umgeben von Reisterrassen
Ta Van, umgeben von Reisterrassen

Erst abends sind wir wieder zurück in Sapa und gehen mit Micha und Kathi in einem kleinen einheimischen Restaurants oberhalb der Phan Xi Lang Straße essen. Hier trennen sich unsere Wege. Die Beiden fahren weiter nach Laos und wir werden heute Abend mit dem Sleeper Bus nach Hanoi fahren. Das Ticket haben wir in einem der vielen Hotels für 675.000 Dong (27,50€) gebucht. Es ist sehr seltsam, dass wir jetzt 225.000 Dong (9,20€) weniger für das Ticket zahlen als von Hanoi nach Sapa. Es ist die gleiche Strecke, nur umgekehrt. Das soll Jemand verstehen.

Hier haben wir gewohnt:

Sapa Mini House, 3 Nächte mit Frühstück für 34,50 €
Zimmer und Bad sind völlig ok und ausreichend. Letzteres hat jedoch nur offene Fensterlöcher, deshalb ist ein extrem kurzer Badaufenthalt zu empfehlen sonst besteht die Gefahr zu erfrieren. Bei wärmeren Temperaturen bestens.

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