Der Erawan Nationalpark und knabbernde Fische

Wir besuchen als nächstes den Erawan Nationalpark mit seinen sieben Wasserfällen. Morgens um acht Uhr geht es los. Ganz luxuriös fahren wir mit im VIP-Bus des Hotels. Sie haben noch Plätze frei für uns und wir ersparen uns den Stress mit der Suche einer passenden Fahrgelegenheit auf dem Busbahnhof. Das Wetter ist mal nicht so drückend heiß und es scheint ein herrlicher Ausflug zu werden.

Waran
Ein Waran im Erawan Nationalpark

Im Park angekommen, beeindrucken uns riesige Bambussträucher, wahnsinnig große Bäume mit ihren Megawurzeln und die Tierwelt: Fische, Warane, Affen, Schmetterlinge und unsere Lieblinge, die Spinnen.

Beim ersten Wasserfall ist Sophia hochmotiviert und will sofort ins Wasser. Stefan freut sich darüber und hinein gehen die Beiden ins kühle Nass. Plötzlich lautes Geschrei und Geheule. Die Fische sind pflichtbewusst herbeigeeilt und haben begonnen, ihre Füße anzuknabbern. Das ist nun einmal die Aufgabe der Kangals, auch Doktorfische genannt. Gut, das mit dem Wasser und Sophia hat sich damit wohl erledigt.

Kangalfische
Doktorfische bei der Arbeit

Über Wurzeln, Treppen und Brücken steigen wir hinauf zum dritten Wasserfall. Ich bin neugierig und halte meine Füße ins Wasser, weil ich mich auch mal von den kleinen Fischen anknabbert lassen will. Boah, an dieses Gefühl muss man sich wirklich erst einmal gewöhnen. Ich verstehe Sophia, dass sie nicht mehr ins Wasser will. Schnell gefällt mir diese wunderbare Spa-Behandlung. Stefan will ebenfalls feine Füße. Sorgfältig knabbern uns die Fischchen jede lose Hautschuppe und jede verhornte Stelle ab. Als wir nach einer Weile unsere Füße herausziehen, sehen sie aus wie neu. Normal muss man selbst in Thailand viel Geld für eine solche Behandlung bezahlen, wir haben es hier umsonst. Darüber freuen wir uns.

Erawan Nationalpark Thailand
Steinrutsche im Erawan Nationalpark

Dann lässt mich meine Feinmotorik im Stich. Meine ungeschickten Füße rutschen auf einem Stein aus und ich falle mitsamt meinen Sachen ins Wasser. Am vierten Wasserfall wollen wir baden. Da alle Thailänderinnen mit samt ihren Sachen ins Wasser gehen, passe ich mich, klitschnass wie ich nun schon einmal bin, den hiesigen Sitten an. Über einen großen Felsen kann man in das sehr klare warme Wasser rutschen. Das hat total Spaß gemacht.

Am fünften Wasserfall, den wir ziemlich spät erreichen, beenden wir unseren Ausflug und laufen zurück zum Parkplatz. Unser VIP-Bus ist natürlich weg, denn das normale Touristen-Sightseeing-Programm wird zügig abgearbeitet. Wir fahren also wieder einmal mit einem alten Klapperbus. Durch faustgroße Rostlöcher können wir direkt hinunter auf die Straße sehen. Hoffentlich hält das Bodenblech bis nach Kanchanaburi durch und wir müssen nicht mitlaufen. Im Gegensatz zu Deutschland dürfen hier in Thailand die Fahrzeuge so lange fahren wie sie durchhalten. Der allgemeine Zustand spielt keine Rolle.

Insgesamt ist der Erawan Nationalpark sehr schön und ich kann eine Besichtigung nur Jedem empfehlen. Wir sind froh, dass wir ihn auf eigene Faust besucht haben, den ganzen Tag dort verbringen und genießen konnten und uns keinem Zeitdiktat unterwerfen mussten.

Damit endet unser Aufenthalt in Kanchanaburi. Wir setzen unsere Reise fort in Richtung Thailands Norden.

Hier haben wir gewohnt:
Tara, Bed & Breakfast für 16,90 €/Doppelzimmer

Tara Kanchanaburi
Unser wunderschönes Hotelzimmer im Tara bed&breakfast in Kanchanaburi

Das Zimmer war einfach super schön und das Hotel liegt direkt im Zentrum an der Touristenmeile in der Nähe des Nachtmarktes. Große Empfehlung.
Im Garten gibt es einen Swimmingpool. Leider bestand das Wasser aus einem seltsamen Chlor/Salzgemisch, welches ziemlich aggressiv auf unsere Haut einwirkte und zu Ausschlag führte. Erfrischend war das Baden trotzdem.

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