Tortuguero Nationalpark

Unsere Tour beginnt um 4.00 Uhr morgens mit Weckergeklingel. Für 3.000 Colones (4,95 €) fahren wir mit einem Taxi zum Café Denny. Dort pickt uns ein Kleinbus auf, der eine kleine Ewigkeit durch San José tingelt und weitere Leute einsammelt. Gegen 7 Uhr fahren wir endlich in Richtung Tortuguero. Und dafür mussten wir so früh aufstehen.

Unterwegs halten wir an einem Baum, in dem ein Faultier hängt. Wir sind begeistert. Da es nicht guckt, geht unser Guide zum Baum und rüttelt mal ordentlich dran. Das arme Tier. Ich bin fassungslos, denn hier fährt alle 10 Minuten ein Bus vorbei, und ich befürchte, da wird ständig am Baum gerüttelt.

Nur beim genauen Hinsehen erkennst du das Faultier
Nur beim genauen Hinsehen erkennst du das Faultier

Die Fahrt ist sehr schön. Es geht durch Regen- und Nebelwald sowie an riesigen Ananasfeldern und Bananenplantagen vorbei. Wir erhaschen auch einen Blick auf die Bananenverpackung. Später kommen wir zum Rio Sucio, wo ein brauner mit einem grünblauen Fluss zusammenfließt, welches ein interessantes Farbenspiel ergibt.

Um schöne einheitliche Bananen ohne Druckstellen zu erhalten, werden die oft in Plastiksäcke mit Chemikalien gesteckt.
Um schöne einheitliche Bananen ohne Druckstellen zu erhalten, werden die oft in Plastiksäcke mit Chemikalien gesteckt.
Ein schönes Farbenspiel, wenn der lehmgelbe und der blaugrüne Fluss zusammenfließen
Ein schönes Farbenspiel, wenn der lehmgelbe und der blaugrüne Fluss zusammenfließen

Nun heißt es Umsteigen auf Boote, weil Tortuguero auf einer Landzunge zwischen Karibik und einer Lagune liegt und daher nur auf dem Wasserweg erreichbar ist. In der „Evergreen Lodge“ mit Vollverpflegung wohnen wir im letzten Bungalow auf Stelzen, danach kommt nur noch der Dschungel. So besuchen uns einige Tiere direkt vor der Haustür wie der Pfeilgiftfrosch. Zum Glück ist es ein knallrotes Exemplar und wir sind in Costa Rica, denn das Gift sein quietschgelben Kollegen in Kolumbien ist absolut tödlich. Hier erfährst du mehr. Manches Insekt wagt sich auch bis ins Zimmer hinein.

Wir haben Besuch: knallrot und ziemlich giftig, auf keinen Fall anfassen
Wir haben Besuch: knallrot und ziemlich giftig

Nach der Ankunft holt uns der neue Guide Kevin zur Dorfführung ab, natürlich mit dem Boot. Das Dorf Tortuguero sieht mit seinen bunt angemalten Häusern sehr hübsch aus. Auf dem Hauptweg drängeln sich die Touristen, und deren Anzahl übersteigt sicher die der Einwohner. Von diesem Treiben haben wir schnell genug und gehen an den Strand, wo vor allem die Grüne Meeresschildkröte im Zeitraum von Juni bis September ihre Eier ablegt. Dann ist das Betreten nur noch mit Führern gestattet.

Zurück im Resort laufen wir ein Stück auf dem Weg hinter unserem Bungalow. Hier ist es ruhig, wir sind ganz alleine. Von einer Hängebrücke sehen wir einige Schildkröten, tolle riesige Bäume und sogar einen Tukan, der nur 50 m von uns entfernt sitzt. Leider wird die Strecke dann sehr matschig und uns fehlt das passende Schuhwerk. Trotzdem war der kleine Ausflug sehr schön.

Statt leuchtendgelben Schnabel schmücken sich die Tukane hier mit einem bunten Federkleid
Statt leuchtendgelben Schnabel schmücken sich die Tukane hier mit einem bunten Federkleid
Der Anhinga Vogel ist verwandt mit den Kormoranen
Der Anhinga Vogel ist verwandt mit den Kormoranen

Der neue Tag beginnt um 5:45 Uhr mit einer 1 1/2 Stunden dauernden Bootstour. Gesehen haben wir hauptsächlich Vögel, klar, immerhin gibt es hier über 300 Arten, was Sophia jedoch nur mäßig interessiert.

Einer der über 300 Vogelarten in Costa Rica
Einer der über 300 Vogelarten in Costa Rica

Nach dem Frühstück geht es los zum Dschungelwalk, dafür wird extra Eintritt für den Nationalpark fällig von 19.000 Colon (31,30€). Wir bekommen Gummistiefel zum Anziehen wegen der Matschwege. Ich bin froh, dass unsere Gruppe nur aus 6 Personen besteht, da kriegt man mehr mit. Wir sehen verschiedene Vogelarten, Sophia beobachtet fasziniert die Tukane sowie die Woodpecker mit ihren roten Köpfen und als absolutes Highlight des Tages, eine Eye-lash Viper. Danach ist Freizeit und wir vergnügen uns im Swimmingpool des Resorts bevor wir Essen gehen. Es gibt Büffet und Sophia strahlt vor Glück, denn sie liebt es, sich ihre Mahlzeit selbst auszusuchen.

Wieder müssen wir früh aufstehen, wieder gibt es eine Bootstour und wieder zahlen wir 19.000 Colon (31,30€) Eintritt. Es gibt dieses Mal mehr zu sehen, aber so richtig ist das Herumschippern auf den Flüssen nicht mein Ding. Erst als wir uns später ein Kajak ausleihen und durch die Kanäle paddeln, kommt beim Anblick von Kaimanen und Schildkröten wieder Abenteuerstimmung auf.

Um 14 Uhr ist Abreise. Wir wollen weiter nach Cahuita, deswegen werden wir bei Guapiles an der Kreuzung heraus gelassen. Von dort fährt der öffentliche Bus nach Limon. Der Minibus fährt zurück nach San José.

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