Elefantenhöhle und ein Wald voller Affen

Der Roller ist das Fortbewegungsmittel Nr.1 in Asien und so leihen wir uns wieder mal einen aus für 50.000 Rp (3,30 €).

Endlich fahren wir zur Elephant Cave (Goa Gajah). Die Anlage ist eine heilige Stätte, wahrscheinlich um das 11. Jahrhundert gebaut, jedoch erst 1923 von einem Niederländer entdeckt und zieht viele Touristen magisch an. Und wo es viele Besucher gibt, gibt es auch viele tüchtige Verkäufer, die uns gleich wieder belagern. Sie wollen uns Sarongs verkaufen, da das Betreten des Tempels mit kurzen Sachen verboten ist. Manchmal geht einen das echt auf die Nerven. Wir üben uns in Gelassenheit, schenken ihnen keine Beachtung, kaufen uns Eintrittskarten 37.500 Rp (2,47€) und werden am Eingang mit Leih-Sarongs ausgestattet.

Bäume mit riesigen Wurzeln
Bäume mit riesigen Wurzeln

Die Magie des Ortes ergreift auch uns. Fast ehrfürchtig stehen wir vor den uralte Bäumen mit ihren riesigen Wurzeln. Eine Quelle speist das Wasserbecken vor der Höhle. Sie soll Heilkraft besitzen, weshalb hier früher die Einheimischen gebadet haben. Wir blicken auf das Dämonengesicht aus Stein, welches den Eingang zur Höhle bewacht. Drinnen ist die Höhle schlicht. Sie ist in einer T-Form gebaut, wobei der vordere Raum exakt in Nord/Süd-Richtung liegt, was in diesem Fall der in Bali sehr wichtigen Berg/Meer Achse entspricht. Zurück in Ubud besuchen wir die Seitenstraße Jalan Gootama. Dort gibt es einige günstige Warungs mit sehr leckerem Essen.

Eine der größten Attraktion, wenn du Ubud besuchst, ist der Monkey Forest. Und so machen wir uns zu Fuß auf den Weg, da er nicht weit von unserem Hotel entfernt ist. Noch vor dem Eingang laufen viele Affen auf der Straße herum und klettern auf die Verkaufsstände. Sophia freut sich darüber, hat aber dennoch Respekt vor den Affen. Den sollte man auch haben, da Affen nicht ganz ohne sind. Wir bezahlen 80.000 Rp. (5,30 €) Eintritt.

Soll er sich mit uns beschäftigen? Interessanter ist die Reisegruppe.
Soll er sich mit uns beschäftigen? Interessanter ist die Reisegruppe.

Gleich am Anfang kann man Bananen kaufen. Die Affen werden dann von einem Mitarbeiter angefüttert, so dass man mit ihnen Fotos machen kann. Sie klettern auf die Leute und es ist sehr lustig wie die dann kreischen und noch lustiger, wenn die Affen ihnen die Bananen in die Haare schmieren. Auf unseren Weg durch den Wald sehen wir Affen, die versuchen einem zugeklappten Regenschirm oder Wasserflaschen aufzubeißen. Diese frechen Äffchen grapschen nach allem, was irgendwo lose herum baumelt oder glitzert.

Wir haben alles zuhause gelassen außer unseren Fotoapparat und haben keine Probleme mit den aufdringlichen Tieren. Vielleicht lag es aber auch an der asiatischen Reisegruppe, mit der die Affen vollauf beschäftigt waren. So zerren sie an den Taschen der Touristen und versuchen Reißverschlüsse zu öffnen oder ziehen an deren Beinen herum. Wir finden es sehr witzig. Egal wo sie auftauchen, asiatische Reisegruppen sorgen immer für Unterhaltung und wenn es nur ist, dass sie einen ins Foto laufen. Außer den vielen Affen sieht man noch Tempelanlagen und gigantische Bäume. Eine witzige schöne Attraktion. Wir hatten unseren Spaß.

Am letzten Tag holen wir noch Stefans Handy ab. Es geht zum Glück wieder, und er ist sehr erleichtert. Dann buchen wir bei Perama Bustickets nach Legian für 150.000 Rp (9,90€), da wir annehmen, dass wir dort am besten Sachen für Weihnachten und Sophia’s Geburtstag bekommen.

Ubud hat uns sehr gut gefallen. Es war ein gelungener Auftakt unserer Zeit auf Bali. Die Balinesen sind sehr freundlich, entspannt und hilfsbereit. Wir hätten hier noch mehr anschauen können, aber wir sind auf Bali um uns auszuruhen.

Da wir jetzt wissen wie weit es vom Hotel zur Perama-Station ist, fahren wir mit einem Taxi. Der Fahrer ist sehr nett und klärt uns auf, dass es eine festgesetzte Preisgrenze pro Fahrt gibt, die bei 40.000 Rp liegt. Darunter geht nichts. Ich freue mich, dass wir bisher gut gehandelt haben.

Hier haben wir gewohnt:

Swan Inn Hotel, 6 Nächte für 85,60 € mit Frühstück
Wir sind absolut begeistert und empfehlen dieses Hotel gerne weiter. Es ist sehr gepflegt und sauber, hat einen Pool, liegt sehr nah an der Innenstadt und ist trotzdem ruhig.

Schöne Tage in Ubud

Auch auf Bali haben die Busse Verspätung. Nach Ubud sind es nur ca. 40 km, jedoch dauert die Fahrt 2 Stunden. Es ist viel Verkehr und da Jeder fährt wie es im gerade in den Sinn kommt, gibt es oft Stau. Überholt wird überall, auch direkt vor Kurven nach dem Motto „es wird schon keiner kommen“. Ist das mutig oder völlig verrückt?

In Ubud laufen wir zu unserem Hotel, da der Weg sehr kurz ist und lernen bei der Gelegenheit gleich die am häufigsten gestellte Frage kennen: „How are you? Transport?“ Mir kommt es so vor, dass Jeder, der hier wohnt, seine Fahrdienste anbietet. Die Transporte sind hier teurer, als in unseren zuletzt bereisten Ländern. Perama ist sehr günstig, deshalb nutzen viele Backpacker und Touristen diese Busse.

Der Weg zu unserem Hotel entpuppt sich weiter als gedacht, deshalb gibt es einen Zwischenstopp mit Essen und Trinken an einem Warnung (Essenstand). Und dann freuen wir uns im Hotel über ein upgrade. Wir erhalten ein Deluxe-Zimmer, da die Besitzerin gerade kein anderes frei hat. Beim Sprung in den Pool sind wir endlich auch gefühlsmäßig in Bali angekommen.

Am nächsten Morgen wird uns das Frühstück direkt auf unserer Terrasse serviert. Das finden wir Drei ganz großartig. Danach laufen wir durch Ubuds Straßen. Es gibt viele tolle und schöne Geschäfte. Wir finden auch ein Coconut Café. Wir lieben Kokosnusseis und dieses hier ist ein Traum – selbstgemacht mit Karamellstückchen drauf. Lecker!!!

Wenn man schon in Bali ist, sollte man sich den berühmten Legong Dance ansehen. Wir kaufen uns 2 Tickets (160.000 Rp = 10,55€) und haben so gute Plätze, dass wir jede Bewegung genau sehen können. Die Tänzer müssen sehr lange üben um diesen Tanz zu können, denn die Gesichtsmimik muss genau mit den Bewegungen übereinstimmen. Stefan und mir gefällt es sehr und Sophia ist hingerissen, denn sie liebt Tanz und Musik über alles. Ein wunderschöner Abend geht zu Ende.

Und dann passiert es: Stefan lässt sein Handy in einen Bach fallen als wir uns die Elephant Cave ansehen wollen. So ein Pech. Statt Höhle laufen wir einmal quer durch Ubud zum Apple Shop. Es dauert eine kleine Ewigkeit bis der nette Mensch uns sagen kann, ob eine Trocknung möglich ist und das Ding anschließend wieder funktioniert samt Datenerhalt. Schließlich dauert die Spezialbehandlung drei Tage in denen Stefan die Ungewissheit quält, ob alles klappt. Wir verlängern unseren Aufenthalt und können unser Deluxe Zimmer zum Glück behalten. Die Zimmervergabe der Besitzerin ist derart chaotisch, dass die Gäste teilweise sehr oft ihre Zimmer wechseln müssen. Es ist mir ein Rätsel, warum sie so unorganisiert vorgeht, denn es kostet sie im Endeffekt viel mehr Arbeit und Zeit. Aber gut, ich muss nicht alles verstehen.

Stefans Wunsch ist es, mal eine Tasse des berühmten Kopi Luwak (Kopi=Kaffee, Luwak=Musang) zu trinken. Es ist der teuerste Kaffee der Welt, da die Gewinnung sehr aufwendig ist. Die Fleckenmusangs (eine Schleichkatzenart) fressen die Kaffeekirschen und scheiden die Kerne wieder aus. Die Qualität dieses Kaffees ist unterschiedlich, da sie von vielen unberechenbaren Faktoren abhängt, z.B. wie reif und alt die Kirschen sind, ob es viel geregnet hat . . . Da niemand mehr Lust hat, den Luwaks hinterher zu laufen und Kaffeekerne einzusammeln, werden die Katzen in sehr engen Käfigen gehalten und nur noch mit den Kirschen gefüttert. Das ist die traurige Seite dieses Kaffees, denn die Tiere weisen einen hohen Nährstoffmangel auf und sind stark verhaltensgestört. Ich finde es bescheuert, dass man Tiere wegen unnützen Kaffee quält. Stefan jedenfalls hat ihn probiert, er hat ihm ganz gut geschmeckt, aber er braucht keinen zweiten.

Ankunft auf Bali

Mit dem Flug klappt alles reibungslos. Bei der Ankunft am Flughafen in Denpasar/Bali erhalten wir gleich unseren Einreisestempel für 30 Tage. In der Ankunftshalle ist es menschenleer, doch draußen empfangen uns eine Menge eifriger Taxifahrer. Es herrscht totale tropische Hitze und der Schweiß läuft uns am Körper herunter.

Wir haben für eine Nacht ein Hotel in der Nähe des Flughafens gebucht. Wir nähern uns der Traube wartender Taxifahrer und wappnen uns für zähe Verhandlungen. Der Erste möchte 100.000 Rp (6,65 €) abkassieren und erzählt: „This is a good price“. Inzwischen haben wir einen guten Asien-Durchblick und wissen, das erste Angebot ist immer zu hoch. Wir lehnen dankend ab und bieten 40.000 Rp. Nun beginnen die Argumente, welch schönes Taxi er hat, dass unser Vorschlag noch nicht einmal seine Kosten des Parkplatzes decken usw. Wir gehen weiter und finden einen Fahrer, der uns für 50.000 Rp. (3,30 €) zum Hotel bringt. Na also, man muss nur hartnäckig bleiben.

Am nächsten Morgen wollen wir weiter nach Ubud. Wir haben uns im Internet informiert, jedoch sind die Angaben sehr unterschiedlich, deshalb fragen wir an der Rezeption nach wie das hier mit Bussen ist. Die Antwort der freundlichen Dame ist, dass keine fahren und wir ein Taxi nehmen müssen. Wir klären sie auf, dass es sehr wohl Busverbindungen gibt mit Namen „Perama“ und siehe da, prompt fällt es ihr wieder ein. Ich denke sie hatte einfach keine Lust, sich zu kümmern oder erhält eine kleine Provision vom Taxiunternehmen. Wie auch immer, jedenfalls ruft sie bei der Perama-Station an und wir haben Glück, denn um 13 Uhr fährt ein Bus nach Ubud und es sind noch Plätze frei. Wir bezahlen 150.000 Rp (9,90 €) für die Tickets und 43.000 Rp (2,85 €) für das Taxi Bus-Station. Laufen mögen wir nicht, denn es ist zu weit und auch zu warm.

Hier haben wir geschlafen:

Next Tuban Hotel, eine Nacht ohne Frühstück
Leider roch unser Zimmer sehr muffig und es war feucht. Das Waschbecken war total verstopft und die Freude auf den Pool war uns gleich vergangen, als wir sahen wie verdreckt er war.