Phong Nha und die Paradieshöhle

Um 13 Uhr werden wir vom Schlafbus abgeholt, wobei mir schleierhaft ist, warum der so heißt, denn er fährt ja tagsüber. Unsere Rucksäcke werden einfach unten rein geschmissen neben den Motorroller, der auch als Gepäck mitfährt. Der Busfahrer und sein Kollege zeichnen sich durch Ungeduld und Patzigkeit aus. Das kennen wir ja nun schon, es scheint Normalität in dieser Berufssparte zu sein. Während der ganzen Fahrt regnet es in Strömen. Spät abends kommen wir in Phong Nha an, essen zu Abend und dann fällt Sophia totmüde ins Bett. Wir lassen den Tag bei einem Getränk in der Bar ausklingen und lernen Micha und Kathi kennen. Er kommt aus Deutschland und sie aus Österreich. Beide sind auf großer Reise durch verschiedene Länder, jedoch ohne Zeitbegrenzung. Das fand ich total super und wir haben uns noch lange miteinander unterhalten.

Ankunft in Phong Nha
Ankunft in Phong Nha

Mit einem geliehenen Moped (100.000 Dong = 4 €) machen wir uns am nächsten Tag auf zur Paradise Cave (Thien Duong-Höhle). Gut gelaunt fahren wir auf fast lochfreier Straße dahin, als das Moped mit einen lauten Knall seinen Dienst versagt. Wir stehen mitten in der Pampa, um uns herum nur Regenwald. Ein paar Büffel starren träge zu uns herüber. Stefan versucht, das Schrottding wieder zum Leben zu erwecken. Es klappt und er fährt vergnügt eine Proberunde. Sophia und ich steigen zu und? Es blubbert zwei Mal – aus. Na gut. Ich steige wieder ab und, welch eine Frechheit, das blöde Ding geht daraufhin prompt wieder an. Sophia sieht die Sache ganz einfach und meint, dann müsse ich halt zu Fuß nach Hause laufen. Danke, liebe Tochter für diese grandiose Lösung. Irgendwann kommt ein Vietnamese vorbei und bietet seine Hilfe an. Wir führen ihm unser Problem vor, da er kein Englisch kann. Er findet es sehr lustig, doch außer freundlichen Grinsen weiß er auch keinen Rat. Dann die Lösung: Stefan fährt mit Sophia zurück zum Hostel und ich mit dem Vietnamesen. Unser Dankeschön drücken wir mit einem kleinen Obolus aus. Morgen werden wir mit einem anderen Moped einen neuen Versuch starten.

Die Landschaft bei Phon Nha ist wunderschön
Die Landschaft bei Phon Nha ist wunderschön

Neuer Tag, neues Moped und Verstärkung. Mit den neuen Bekannten Micha und Kathi fahren wir zur Paradise Cave. Unser Moped hält dieses Mal den Belastungen durch 3 Personen stand. Die Landschaft ist wunderschön. Wir fahren durch dichten Regenwald und es geht die Berge steil hinauf. Von oben haben wir eine fantastische Aussicht auf Flüsse und Berge. An der Höhle werden wir von Unmengen verkaufstüchtiger engagierter Menschen begrüßt. Der Eintritt ist erheblich. Wir bezahlen 625.000 Dong (25,47 €) für uns Drei. Den Eintrittspreis für Kinder berechnen sie hier nicht nach dem Alter sondern nach deren Größe, sprich Länge. Ganz kurios, denn es passiert, dass man für 4-jährige Kinder mehr zahlt als für 6-jährige.

Eingangstor zur Paradise Cave
Eingangstor zur Paradise Cave

Zuerst müssen wir einen Weg entlang laufen, dann folgt ein Bergaufstieg und schließlich einige Treppen bis wir zum Eingang der Höhle gelangen. Dann steigen wir Stufen hinab und kommen in die Tropfsteinhöhle. Sie ist gigantisch groß. Wir bestaunen riesige Stalaktiten und Stalagmiten. Es sieht einfach unbeschreiblich aus. 2010 wurde sie mit ihren 31 km zur längsten trockenen Höhle der Welt erklärt. Auf einem Holzsteg sind wir 1 km in die Höhle hinein gelaufen, danach ist sie abgesperrt und nur mit einer gebuchten Tour plus Kletterausrüstung zu begehen.

Mächtige Stalaktiten in der Paradise Cave
Mächtige Stalaktiten in der Paradise Cave
Innenansicht der Paradise Cave bei Phong Nha
Innenansicht der Paradise Cave bei Phong Nha

Wir sind nur kurz in Phong Nha geblieben, doch jede Stunde hat sich gelohnt. Die Höhlenbesichtigung möchte ich jedem bei einem Vietnambesuch ans Herz legen. Neben der Paradise Cave gibt es noch andere Höhlen wie z.B. die Dark Cave. Sie ist aber nicht für Kinder geeignet, da man dort tauchen muss.

Unsere nächste Station wird Ninh Bin sein. Wir buchen dafür noch ein Busticket in unserem Hostel. Die Reise von Micha und Kathi geht erst einmal woanders hin, doch in Sapa wollen wir uns treffen. Mal schauen, ob es klappt.

Hier haben wir gewohnt:

Greenland Hostel, 2 Nächte incl. Frühstück für 25,88 €
Wir haben im Nebenhaus gewohnt, insgesamt ordentlich und besonders erfreulich war das „Langschläferfrühstück“ bis Mittag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*